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Donnerstag, 2. August 2012

Eine Ära endet, oder: Die Kuh stillt jetzt mein Baby

Ich kann mich noch wage an meine Aufregung erinnern, die ich damals hatte, als man den ganzen Tag nur über diese amerikanische Frau berichtete, die ihren drei Jährigen Sohn stillte. 
Pfui, wat war ich sauer und aufgeregt!!!
Aber nicht über die Frau, oder die Tatsache, dass sie noch stillte, nein... Eher über die Leute, die sie in der Luft zerreißen mussten. 

Erinnern wir und nochmal zurück: Eine amerikanische zierte das Titelbild der Time Magazins, indem sie auf dem Foto ihren drei Jahre alten Sohn stillte.
Die Welt schrie auf!
"Pfui, sie ist pervers!"
"Der arme Junge wird total misshandelt"
"Sie nötigt ihn dazu, er will das sicher gar nicht mehr..."
bla bla bla

Denken wir doch mal einen Meter weiter.
Ich bin eine erwachsene Frau von 24 Jahren. 
Ich trinke gerne Kaffee mit Milch, backe gerne mit Milch, oder esse gerne mal ne Schüssel Müsli.
Joghurt, Quark, Käse. Der ganze Kühlschrank ist voll mit dem Mist. 
Die Milch aus diesen Produkten kommt von der Kuh. 
Diese Kuh gibt, wie die Frau auch, nur Milch, wenn sie ein Junges gekriegt hat. 
Das Kalb wird der Mutterkuh also einen Tag nach der Geburt entrissen, um ihre MUTTERMILCH abzupumpen und diese dann zu verkaufen!
OH...MEIN...GOTT...

Fassen wir mal zusammen:
Die Gesellschaft beschimpft einen Frau, die ihrer Natur folgt und ihr Kind, bis zu seinem natürlichen Stillalter stillt und trinkt nebenbei einen MUTTERMILCH Macchiato!
Ergo, ergo: Die Gesellschaft wird also bis ins hohe Alter von der Kuh gestillt. 
*Thumps up für die Realität*

(Ich möchte noch hinzufügen, dass der Mensch die einzige Spezies auf diesem Planeten ist, dass nach seinem natürlichen Abstillalter noch Muttermilch von einem anderen Lebenwesen trinkt)

Mehr Informationen zu dem Thema "Milch" findet ihr übrigens hier: Peta und die Milchlüge

Soviel dazu...


Meine kleines Herzmädchen hatte ja die Wahl. Sie durfte bestimmen, wann,wie und wo, gestillt oder eben abgestillt wird. Wir wollten ihr die Entscheidung überlassen, wann sie soweit ist, sie von mir bzw meiner Brust zu lösen. 
Der schleichende Prozess des Abstillens begann schon eine Nacht nach ihrem Geburtstag.
Wir gingen ins Bett, ich stillte sie ganz normal und legte sie dann auf ihre Seite des Bettes. 
Wir gingen auch schlafen...und wachten früh morgens mit einem Schrecken auf.
Sie hatte durchgeschlafen, das erste mal so richtig von Abends bis morgens.
Sie hatte Nachts also keinen Hunger mehr.
Und so ging das die ganzen Nächte durch. Wir konnten schlafen, denn sie wollte Nachts keine Milch mehr trinken. 
Es war komisch für mich, dieses Ritual, was seit ihrer Geburt bestand einfach so aufzugeben, aber es war ja ihre Entscheidung.

Wir stillten Tagsüber noch zwei bis Drei mal, je nach Lust und Laune. 
Sie war ungefähr 13 Monate alt, als das stillen Tagsüber immer weniger wurde. Sie verlangte nicht mehr nach der Brust, sondern eher nach ihrer Wasserflasche, oder fester Nahrung. 
Ich machte mir sorgen, weil meine Produktion auch schlagartig zurück ging. 
Ich holte mir Rat aus einer Langzeitstiller Gruppe bei Facebook und kontaktierte eine Stillberaterin.
Doch beide Parteien konnten mir nur eines Raten: Anlegen und Abwarten.
Ich versuchte es also, zu den Zeiten, wo ich merkte, sie brauchte eine Pause, sie anzulegen.
Aber sie wollte nicht...
Das ganze ging ins kuscheln über.

Mit ca 14 Monaten merkte ich dann, dass ich Abends zum Einschlafstillen keinen Milcheinschuss mehr bekam. Das lag nicht an meiner Brust, sondern an dem Herzkind
Meine Brust wurde zum Schnullerersatz.
Sie saugte nicht mehr, sondern nuckelte sich in den Schlaf.
Ich war entsetzt und traurig.
Was war hier los?
Soll das denn schon gewesen sein?
Hat mein Herzkind ihr natürliches Stillalter erreicht, oder macht sie nur einen Stillstreik?
Ich holte mir wieder Rat von einer Stillberaterin, aber sie meinte wieder nur, dass ich auf mein Kind und meine Gefühle vertrauen sollte.
Ich fand mich damit ab, dass ich nur noch ein Schnullerersatz war.

Meine Muttermilch versiegte.

Es war okay so. Ich hielt mich an dem Gedanken fest, dass ich immer noch Strockenstillen konnte.
(Also statt Milch zu spenden, das Kind einfach nuckeln lassen)

Es war die zweite Nacht in unserer neuen Wohnung. 
Wir lagen in unserem Rudelbett und ich wollte sie zum Trockeneinschalfstillen anlegen.
Doch sie verweigerte die Brust komplett. 
Sie wollte nicht mehr.
Sie drehte sich weg und legte sich auf ihre Bettseite rüber.
Ich war ziemlich perplex und legte mich einfach zu ihr, bis sie von alleine einschlief.
Sie schlief...von alleine...

Es ist bewundernswert, wozu Kleinkinder in der Lage sind. 
Nicht nur, dass sie sich an diesem Abend von sich aus, selbst abstillte, nein, sie schlief auch auch ganz alleine ein. 
Das erste mal ever! Sie kannte es vorher ja nicht. Bis Dato war ich immer bzw meine Brust da, um sie entweder in den Schlaf zu schaukeln, oder eben sie in den Schlaf zu stillen. 
Und ab da an konnte sie es, weil sie dazu bereit war.

Wir mussten ihr das nicht, mit meiner Meinung nach völlig Idiotischen Lernspielchen, wie schreien lassen beibringen. 
Sie selbst hat sich dazu entschlossen, dass sie ab dem Tag selber einschlafen möchte. 

Es war tatsächlich ein Meilensprung in ihrer persönlichen Entwicklung, den sie selbst Steuern durfte.

Das ist also mein Beweis dafür das meine "Hippie Erziehung" oder attachment-parenting bei uns funktioniert :)

Nachtrag: Bevor ich böse Nachrichten kriege, das Herzkind trinkt Abends gerne mal eine warme, Laktosefreie KUHmilch ;)



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Dienstag, 27. März 2012

Dienstags Blues oder Wo ist das Hütchen???

Gut, dass ich gestern nichts mehr gebloggt hab, denn ich hätte nur blöde Sachen zum erzählen gehabt... Unsere Stillutensilien sind verloren gegangen. Gott weiß, wo das Zeug jetzt steckt... Und andere, nicht sonderlich nette Kinder haben versucht Kindis Sandspielsachen zu klauen! 
Also kein schöner Tag zum schreiben. 
Ach ja, apropos Stillen... Ich muss schon sagen, als Langzeitstillerin kann ich mittlerweile sehr gut behaupten, dass Deutschland ein Stillunfreundliches Land ist. *schnief* 
Da ich nach der Geburt in Sachen stillen Null Komma nix an Unterstützung gekriegt hab, musste ich mir alles selber bei bringen. Vom richtigen Anlegen, bis zum anständigen Ausstreichen bei einer drohenden Brustentzündung. 
Die Hebamme im Krankenhaus fand es nicht notwendig und meine erste Nachsorge Hebamme kam dann irgendwann auch gar nicht mehr...
Erst meine dritte, leider mega unerfahrene Hebamme hat sich Zeit für das Thema genommen. Leider war es da schon zu Spät, denn wegen den unglaublichen Schmerzen (Die Geburt war ein Witz dagegen) und meiner Unerfahrenheit, haben wir uns an ein Stillhütchen gewöhnt...
Das Ding ist aus ganz dünnem Silikon, was über die Mamille gelegt wird. Wenn das Baby dann anfängt zu saugen, wird die Mamille ins Hütchen gezogen und durch die dünne Silikonschicht, wird das ganze nicht so gereizt. 
Naja, eigentlich ist das nur für den Anfang gedacht, aber wir haben den Absprung nicht mehr geschafft...Also blieb das Stillhütchen unser Freund...
Und was macht man wenn das Teil plötzlich unauffindbar ist??? Durchdrehen, genau! 
Den ganzen Tag haben wir damit verbracht, Drogerien und Apotheken abzuklappern, bis wir dann endlich einen Laden gefunden hatten, der die Dinger vertreibt. 
Nun ja, jetzt hab ich erstmal auf Vorrat gekauft. Denn das Herzkind macht keine Anstanden, das Stillen aufzugeben...

So, jetzt aber zum Dienstag

Zum Mittagessen gabs für die Mami einen Plastiksalat... Das Herzkind hat mir aber alle Tomaten raus geklaut... -.-
Aus Hamburg gab es lecker, lecker Tee <3

Und gegen den Stress ein bisschen Schminkzeug *.* 

Am Wochenende als Geheimtipp entdeckt!
Ingwer- Holunder Tee...nom nom nom!

So und dann durfte noch der Balkon und der Spielplatz vor der Tür unsicher gemacht werden.

Zur Zeit ist Laufen wieder ziemlich uncool, deshalb ist krabbeln oder gleich Rumtragen viel angesagter. 
Von weiter unten kann man die Steinchen ja auch besser sehen ;)
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